Paper Sky
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Melodie & Rhythmus (Ausgabe 06/07)
Seinen Hörer auf Distanz zu halten, war noch nie die Stärke des 27-jährigen Singer-Songwriters aus Minneapolis in Minnesota. Im Gegenteil, ohne dabei aufdringlich zu sein, reklamiert er von Beginn an die gesamte Aufmerksamkeit seines Publikums.
Auch bei dem nunmehr fünften Album nach seinem Debut „Stories under Nails“ aus dem Jahre 2003, das bereits einen Reifegrad wie ein Alterswerk besaß, muss man auf die bewährten Zutaten nicht verzichten. Die baritonale Färbung seiner Stimme, dass Storytelling wie auch die bisherige, klassische „Songwriter-Instrumentierung“ sind geblieben. Hinzu gekommen sind hier und da winzige, elektronische Tupfer, durch die die mystische Aura seiner Geschichten noch stärker betont wird.
Stilistisch erinnert sein Gesang an einen grummeligen Hans Albers. Innerhalb des Genres zählt Ben Weaver eindeutig zur Gruppe der Poeten. Als „Dylan ohne Polypen“ wurde er schon bezeichnet. Jedoch die Ernsthaftigkeit und das Charisma, das er in seinen Darbietungen offenbart, machen ihn über jeden Zweifel erhaben, ein Lebensgefühl vergangener Zeiten revitalisieren zu wollen. Die Reflexion auf die Endlichkeit des Lebens ist das zentrale Thema in seinen Texten. Für jemanden, der in einer ehemaligen Sargfabrik wohnhaft ist, kein wirkliche Überraschung.
Fazit: Die musikalischen, wie auch lyrischen Ecken und Kanten, die Weaver immer wieder in seinen Songs bewusst herausstreicht, stellen im glatt gebügelten Musikzirkus unserer Tage eine erfrischende Belebung dar.