Karl Tuschhoff
19.05.2007

Corey Stevens

Albertville

Gerhard Wenzel
Corey Stevens
Albertville

Veröffentlicht in Melodie & Rhythmus 07/2007:

Als Reminiszenz an den unvergessenen Albert King gedacht, scheint auch der Albumtitel „Albertville“ nicht zufällig gewählt worden zu sein. Damit waren die Erwartungen an den Erstling bei Ruf Records entsprechend hoch geschraubt. Um diese Ansprüche erfüllen zu können, vertraut Stevens, ebenso wie sein Vorbild King, knackigen Bläsersätzen, die den dynamischen, soulartigen Sound fulminant nach vorne treiben und auf denen er seine gut platzierten Gitarrenlicks kultiviert ausbreitet.

Stimmlich präsentiert sich Stevens als echter „Shouter“, der zu jeder Zeit „Chef im Ring“ ist. Ausgestattet mit einem rauchigen Timbre ist er in der Lage, das Spektrum des Blues so weit auszuloten, dass der darin enthaltene Schmerz sinnlich erfahrbar und zum Symbol des Verlustes wird. Präzise in den Soundteppich eingebettet, stellt das Wechselspiel zwischen rollender Orgel und einem zunächst scheinbar im Hintergrund groovenden Bass ein echtes Glanzlicht dar, das den Hörer atmosphärisch in die Blütezeit des Blues zurückleitet.

Einzig das etwas spärliche Booklet trübt ein wenig die Freude an dieser an musikalischen Höhepunkten ansonsten reichlich ausgestatteten Musikproduktion.