Karl Tuschhoff
12.07.2007

Jeb Loy Nichols

Days are mighty

Gerhard Wenzel
Jeb Loy Nichols
Days are mighty

Nicht nur seinen Lebensstil, sondern auch seine Musik hat Jeb Loy Nichols auf das Wesentliche reduziert. Als Selbstversorger in schottischer Idylle lässt er nunmehr seine Arrangements reifen. Dabei ist ihm mit 'Days are mighty' ein äußerst melodiöses, wie auch kraftvolles Album gelungen. Auch in seiner Musik verweigert er sich der Überbietungsdynamik der aktuellen Kulturindustrie und verzichtet auf unnötigen 'Hintergrund-Schnick-Schnack'.

Ohne ins Banale abzugleiten, gelingt es ihm, die kleinen Dinge des Alltags so in den Mittelpunkt zu stellen, dass man sich sogleich in den Mikrokosmos des Jeb Loy Nichols versetzt fühlt. Jeder einzelne Song wurde liebevoll bis ins kleinste Detail vermessen und mit viel Kreativität umgesetzt. Eingespielt wurde das Album ausschließ-lich mit befreundeten Musikern, wodurch eine Living-Room-Concert-Atmosphäre entsteht. Durch seine sanfte, leicht nasal klingende Soulstimme gewinnt das Album eine zusätzliche Intimität, die wohl am ehesten mit dem Begriff Kammer-Folk-Pop umschrieben ist.