Karl Tuschhoff
30.07.2007

Damien Rice

"O"

Gerhard Wenzel
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Ich zermartere mir das Hirn, aber ich habe keine Erklärung dafür, wieso mir diese Scheibe so lange verborgen blieb, denn die Veröffentlichung entstand bereits im August 2003. Unverzeihlich! Ich tröste mich damit, dass Gerüchte besagen, dass dieses Werk in den ersten Monaten lediglich eingeweihten Kreisen zugänglich war und sich erst dann sukzessive den ihm gebührenden Raum erobern konnte. Dabei handelt es sich um eines der schönsten und berührendsten Releases der letzten Jahre. Daraus ist wohl die Erkenntnis zu ziehen, dass die wirklich guten Dinge nicht dauerhaft unentdeckt bleiben, sondern durch Mundpropaganda dann eben erst zeitversetzt durchdringen.

Als Sohn irischer Hippies, der am Rande von Dublin aufgewachsen ist zog er es vor, sich trotz erfolgreicher Bandprojekte, als Straßenmusiker in Italien durchzuschlagen. 2003 hat er dann O in einer Art Homerecording eingespielt. Gitarre, Streicher und seine Stimme die dazu prädestiniert ist, todtraurige Lieder zu singen, geben den excellenten Songs eine Intensität, wie man es bislang nur von Nick Drake, oder aber Klaus Hoffmann in frühen Tagen kannte. Dazu gesellt sich die Stimme von Lisa Hannigans, durch die so mancher Song im Duettgesang zusätzlich veredelt wird.

Mein Rat: diese Platte sollte man besser nicht allein hören. Für Menschen mit einer depressiven Neigung könnte dies unter Umständen verhängnisvoll enden. Also besser nur dann auflegen, wenn man sich mental stabil fühlt und die Welt draussen in Ordnung scheint.

Fazit: Großer Wurf!