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Veröffentlich in Melodie & Rythmus 12/07
1958, im zarten Alter von 18 Jahren, hat Luther Allison, der spätere Godfather des Chicago-Blues, die acht Songs eingespielt, die durch Zufall ans Tageslicht gekommen und nun auf „Underground“ zu hören sind. Trotz oder gerade wegen der damals sehr eingeschränkten technischen Möglichkeiten ist die Urgewalt seiner Gitarre und seiner Stimme in ihrer Reinform erhalten geblieben.
Wenn man bedenkt, dass Luther Allison für nachfolgende Generationen stilprägend war, handelt es sich in doppelter Hinsicht um ein Tondokument von historischem Wert. Bass, Schlagzeug, E-Gitarre und Orgel treiben den Sound kompakt und schwungvoll an - es blubbert, zirpt und zischt ohne Ende.
„Underground“ grooved aus allen Poren, und Luther Allison lässt seine Gitarre mit einer Hingabe singen, dass einen die Hooklines geradezu in den Sessel pressen. Mit gerade mal 23,52 Minuten Länge bietet Underground einen derart reichen Fundus an Ideen, dass opulentere, zeitgenössische Bluesscheiben wie Hausmannskost neben diesem Nährboden der Innovationen wirken.