Karl Tuschhoff
23.11.2007

Rykarda Parasol

"Our hearts first meet"

Gerhard Wenzel
Rykarda Parasol
Our hearts first meet

Veröffentlicht in Melodie & Rythmus 12/07


„Our hearts first meet“ ist keine Schönwetterplatte, sondern ein der Jahreszeit angepasstes, düsteres Plädoyer für Traurigkeit und Schwermut. Mit dem Charme des Morbiden durchschreitet Rykarda Parasol in ihrer Musik die Abgründe menschlichen Daseins. Ihr Repertoire, dem sie auch stimmlich gerecht wird, reicht von Folk bis zu Alternative mit eingestreuten Zitaten des Industrialrock. Dabei überführt sie die Genres in eine eigene Stilmixtur, wodurch wiederum großartige Einzelmomente entstehen.

Das Wunderbare daran ist, dass nie Hektik aufkommt, sondern sehr relaxt und melodisch musiziert wird. Straff gehaltene, stadiontaugliche Songs stehen gleichberechtigt neben eher fragilen Folk-Noir-Werken. Durch die Phrasierung, die sie ihren Songs zuteil werden lässt, gewinnt man den Eindruck, sie beschwöre die Dämonen der Finsternis, so als stünde der Untergang einer musikalischen Kultur an. Aber Rykarda Parasol und ihre Band schaffen den großen Bogen und stellen somit ein Komplement zu Nick Cave und Marianne Faithfull her.