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Veröffentlicht in Melodie & Rhythmus 01/08
Er ist ein Schwerstarbeiter des Musikbusiness und man munkelt, er sei der uneheliche Sohn von Charles Bukowski und einer Hamburger Prostituierten. Die Rede ist von Russ Marasus, dem stimmgewaltigen Sänger und Entertainer von Russ & The Velvets. Da er nicht nur musikalisch ein Mann mit Prinzipien und Ambitionen ist, hat er die Creme de la Creme der besten Musiker seiner Heimatstadt Cottbus, dem „knackigsten Arsch der Welt“, um sich gescharrt.
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Mit Kai-Uwe Kohlschmidt sowie Lars Neugebauer von der Band Sandow sitzen zwei Akteure im Boot der Velvets, die mit leicht dezentem Wahnsinn, gepaart mit musikalischer Professionalität, der selbstironischen Begeisterung für das Gesamtkunstwerk den Rahmen geben. Als Strapsmäuse fungieren die beiden Sängerinnen Anne und Schniez, die nicht nur leise „schnurrend“ lasziv den Soul vorgeben, sondern auch der Garant dafür sind, dass das „glamour-trash-concept“ keine homoerotische Richtung bekommt. Komplettiert wird das bizarre Bühnenkabinett durch die Vollblutmusiker Fight-Club Andy, und Dr. No von „Der Dritte Mann“, die aus einem Paralleluniversum der Skurrilitäten zu stammen scheinen. Allen gemeinsam ist ein „privilegierter Blick auf ihre rechte Gehirnhälfte“, dorthin, wo Wahnsinn und Genie beheimatet sind.
Auf Nachfrage erläutert Show-Produzent Kohlschmidtdas ungewöhnliche Projekt: „Unsere Triebfeder ist es, durch fette Downbeats und Zurschaustellung absurder Freizügigkeit beim Publikum „orgasmatische Party-Reize“ auszulösen.“ Big Boss und Revolverheld Russ Marasus, den die Aura eines Marilyn Manson umgibt, ergänzt: „Inspiriert von Quentin Tarrentino und stimuliert durch tantraähnliche Elemente hat sich ein Bühnenspektakel entwickelt, durch das es für uns und das Publikum kein Zurück mehr gibt.“
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Die eingängigen Songs, wie z.B. „Ich will mich verlieben“ oder aber „Soma Koma“ sind bombastische Partyknaller. Sex-Cabaret, Go-Go-Action und Trashentertainment sind die Liveelemente der Velvets, wobei die Auslegung der Doppeldeutigkeit ihrer Texte dem Publikum als echter Lustgewinn dient.
Fest steht: Mit absolut eigener, frischer Ästhetik liefern Russ & The Velvets auf ihrer „Lady Revolver“ - Tour eine perfekt komponierte und choreographierte Antwort auf die Rocky Horror Picture Show. Eine musikalische Liebesbeziehung, die kein Geheimtipp bleiben wird.