Karl Tuschhoff
17.08.2008

Reissues

Van Morrison - Große Kunst in neuem Glanz

Gerhard Wenzel
Van Morrison
Common One

Veröffentlicht in Melodie & Rhythmus: Ausgabe 08/08

Seit über vierzig Jahren und fast ebenso zahlreichen Veröffentlichungen beeindruckt Van Morrison mit seiner Synthese aus Folk, Blues und Jazzelementen Musikfans und Musiker gleichermaßen. In einer auf vier Etappen angelegten Serie begann Universal im Frühjahr dieses Jahres mit der Neuveröffentlichung von 29 seiner bedeutendsten Werke in brillanter Tonqualität, angereichert mit bislang unveröffentlichtem Material sowie den kompletten Songtexten. Das Artwork der Ursprungsalben blieb dabei unverändert.

Zwischen sieben und acht Alben umfasst jede der vier Staffeln, die im September in die dritte Runde geht.

Mitnichten handelt es sich um ein „Schaulaufen jenseits der Pensionsgrenze“, sondern ganz im Gegenteil um eine perfekte Mischung aus modernster Klangtechnik und einigen der großartigsten Momente der neueren Musikgeschichte. Im Januar 2009 wird die komplette Serie vorliegen, die in jeder Sammlung einen Ehrenplatz verdient hat.


Hier alle Alben im Überblick:

Veedon Fleece

Das 1974 veröffentlichte Veedon Fleece gilt als eines seiner besten Alben überhaupt. Auch wenn sein Debüt wenig Beachtung fand – mittlerweile hat sich dies geändert und an Bedeutung unter den Kritikern hin zu einem Kultalbum gewonnen – so hat Veedon Fleece viele Gemeinsamkeiten mit dem früheren Album und jene nachdenkliche, bewegende Qualität.

Highlights sind u.a. das wunderschöne „Linden Arden Stole the Highlights,„Who Was That
Masked Man“, der erfrischende Country-Swing von „Bulbs“ und das epische „You Don't Pull No Punches, But You Don't Push the River“.

Exklusive Bonustracks: „Twilight Zone“ (Alternative Take) und „Cul De Sac“ (Alternative
Take)

Van Morrison
Into the music

Common One

Als „Common One“ 1980 erschien, verblüffte es mit seinem meditativen, Jazz beeinflussten Style und glänzte durch die atmosphärische Trompete von Mark Isham und Pee Wee Ellis’ Saxophon.

Das Herz des Albums bilden zwei besondere, 15-Minuten-Epen: Summertime in England – mit seinen wunderschönen Streichern und bewegenden Lyrics – und When Heart Is Open – mit dem subtilen Einsatz der Hörner, die Miles Davis’ In A Silent Way wiedergeben und eine heitere, packende Atmosphäre erzeugen. Das Album glänzt zudem durch zwei von Van’s gefühlvollsten Soul-Tracks dieser Zeit: Wild Honey und Satisfied.

Exklusive Bonustracks: „Haunt’s Of Ancient Peace“ (Alternative Take) und „When Heart Is Open“ (Alternative Take).

Inarticulate Speech Of The Heart

Auch das 1983 veröffentlichte Album war zunächst von den Kritikern wenig beachtet worden, doch das änderte sich schnell. Es ist ganz klar KEIN Popalbum (vier der 11 Tracks sind

Instrumentals), aber ein leichtes, tief spirituelles, gefühlvolles Album. Das zentrale Element des Album ist der Klassiker „Rave on, John Donne“ — ein teilweise gesprochener Tribute an Poeten und Autoren, der immer noch ein Teil seiner Live-Shows ist.

Exklusive Bonustracks: „Cry For Home“ (Alternative Take) und „Inarticulate Speech Of The Heart No.2“ (Alternative Take).

Live At The Grand Opera House, Belfast (live)

Van Morrison
The Healing Game

Aufgenommen im Jahre 1985 in seiner Heimatstadt Belfast, präsentiert „Live At The Grand Opera House“ Van's außergewöhnliche Band, die mit der Umsetzung der Songs aus dem Jahre 1979-1983 (mit dem Fokus auf „Beautiful Vision“) auch Van Morrisons legendäre Live-Performer-Qualitäten unterstreicht.

Beinhaltet Van’s einzigartige Aufnahme des Motown Klassikers „It’s All In The Game“

No Guru, No Method, No Teacher

Im Jahre 1986 trommelte Van den Kern seiner Band aus den 70ern zusammen, um No
Guru, No Method, No Teacher
aufzunehmen. Einmal mehr erzählten sie spirituelle und
religiöse Themen in einem nostalgisch anmutenden Style. Das Album erinnert durch seine jazzige Rhythmen und Akustik-Instrumentierung an „Astral Weeks“, ebenfalls ein Kultalbum des Meisters.

Exklusive Bonustracks: „Oh The Warm Feeling“ (Alternative Version) und „Lonely At The

Top“.

Enlightenment

Ähnlich wie das 1989er „Avalon Sunset“, ist „Enlightenment“ aus dem Jahre 1990 eine
ebenso perfekt produzierte Kollektion von coolem, modernen R&B mit einem durchdringenden Pop-Gefühl (ganz besonders die Opener: „Real Real Gone“ und „Enlightenment“).

Der Schlüsseltrack des Albums ist das brillante „In The Days Before Rock’n’Roll“, das auch einem Gedicht von Morrison basiert, aber hier von dem irischen Poeten Paul Durcan performt wird. Der Song erzählt von vergangenen fesselnden Tagen, als man Blues und Pop über das Radio gehört hat. Van Morrison singt den Chorus.

Van Morrison
No Guru, no method, no teacher

Ebenfalls auf dem Album: Georgie Fame an der Orgel, dem Klavier und Keyboards sowie Background Vocals. Bonustracks sind „Enlightenment“ (Alternative Version) und „So Quiet InHere“ (Alternative Version)

A Night In San Francisco (live)

Das 1994 veröffentlichte „A Night In San Francisco“ war Van Morrison's drittes offizielles

Live-Album und eine epische Kollektion – 2 ½ Stunden fantastischer Musik – die den Fokus auf die Band legt, wie den unglaublichen Georgie Fame, aber auch Sänger wie James Hunter, Brian Kennedy, Saxophonistin Candy Dulfer und Blues Legenden John Lee Hooker, Junior Wells und Jimmy Witherspoon sowie Morrison's Tochter Shana!

Die Bandbreite des Materials reicht von Rock, Pop, Blues, R&B bis hin zu Jazz Standards, wie z.B. „Stormy Monday“, „Good Morning Little Schoolgirl“, „My Funny Valentine“ und James Brown’s „Its a Man’s Man’s World“.

Exklusiver Bonustrack: „Cleaning Windows“

The Healing Game

Veröffentlicht im Jahre 1997, war „The Healing Game“ Van Morrison's 23. Studioalbum mit neuem original Material in 30 Jahren Musikkarriere. Glänzt durch einen warmen, entspannten Vive, insbesondere das locker leichte, funky „It Once Was My Life“ und „If You Love Me“, bei dem Georgie Fame wieder seine Kunst an der Orgel präsentiert.

Exklusiver Bonustrack: „At The End Of The Day“