Karl Tuschhoff
19.04.2009

Weiherer

"Scheiße schrein"

Gerhard Wenzel
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Veröffentlicht in Melodie & Rhythmus (Ausgabe 05/09):

Das vierte Album des bayerischen Liedermachers ist ein Werk, an dessen Qualität sein Landsmann Hans Söllner, mit dem Weiherer am ehesten vergleichbar wäre, seit längerem nicht mehr heranreichen konnte. Dies soll keineswegs die Pionierleistung Söllners schmälern, sondern vielmehr die Höhe der Meßlatte definieren, an der „Scheiße schrein!“ zu messen ist. Gesellschaftskritische Texte, mit abwechslungsreichen Melodien zur akustischen Gitarre vorgetragen, sind die Eckpfeiler, mit denen Weiherer zu begeistern weiß. Ohne missionarischen Eifer, aber mit Überzeugungskraft schreibt er dem Konservatismus in Deutschland anhand von detaillierten Alltagsbetrachtungen unbequeme, aber zutreffende Wahrheiten ins Stammbuch. Auch ohne seherische Fähigkeiten wage ich die These, dass Weiherer sich dauerhaft in der ersten Liga seiner Zunft wird festsetzen können. „Scheiße schrein!“ kann einem Vergleich mit Artverwandtem in jedem Fall standhalten.

Fazit: Absolute Empfehlung!