Karl Tuschhoff
17.12.2009

PAUL ARMFIELD

Blood, Fish & Bone

Gerhard Wenzel
Covershot
Covershot

Veröffentlicht in: Melodie & Rhythmus (Ausgabe 11/09) :

Abstürze, Reflektionen, Ratschläge und Neuanfänge sind das Motivrepertoire von Blood, Fish & Bone, dem neuen Album des englischen Singer-Songwriters Paul Armfield, dessen Musik in der Rubrik Folk Noir zu verschlagworten ist. Ohne großen Gestus und mit dem Hang zur Reduktion entwirft Armfield in seinen Songs Gefühlswelten, die den Glauben an die Existenz einer Energie der Resignation bestärkt. Die Wirkung dieser scheinbaren Ambivalenz gelingt ihm mit einfachsten Mitteln. Alles, was die Songs dazu benötigen, sind ein Kontrabass, eine akustische Gitarre sowie Banjo und Mandoline. Hinzu kommt die baritonal gefärbte Stimme Armfields, die auch die melancholisch schwierigen Momente mühelos meistert, ohne dabei ins weinerliche abzugleiten. Ebenso bei der Covergestaltung, die im Stil eines Linoliumschnitts erscheint, wird die Idee des Minimalismus zur Maxime erhoben. Der Kontrast seiner musikalischen, wie auch seiner physikalischen Präsenz, mit einer Körpergröße von 2,05m, rechtfertigen somit die Bezeichnung „sanfter Riese“.

Fazit: Ein innovatives Folk-Kleinod, das Glücksmomente, aber auch Hochwasser in den Augen erzeugen kann. (4 von 5 Noten)