Karl Tuschhoff
21.07.2010

Wecker & Wader "Kein Ende in Sicht"

Wecker & Wader sind seit 40 Jahren unbeugsam und unbequem

Gerhard Wenzel
Covershot
Veröffentlicht in Melodie & Rhythmus Ausgabe Juli/August 2010

Vor vier Jahrzehnten begannen der bayerische Bard Konstantin Wecker und der Ostwestfale Hannes Wader, sich ein eigenes Publikum zu erobern. Ihre Musik scheint zwar seit langem dem Zeitgeist entrückt, doch deren Existenzberechtigung ist heute aktueller denn je. Während die Musiker gealtert sind, büßte ihre Kunst nichts von ihrer kraftvollen Ursprünglichkeit ein.

Frisch und lebendig kommen Musik und Botschaft daher. Der Grund für diese scheinbare Ambivalenz liegt auf der Hand: Mehr denn je gibt es ein Bedürfnis sowohl nach einer offenen und schonungslosen Deutung des aktuellen politischen Geschehens ("Gutti-Land"), als auch an Geschichten, die helfen, das eigene Weltbild in Ordnung zu halten ("Die Mine"). Zeilen wie >>Glück ist flüchtig, kaum zu fassen. Es tut gut, sich sein zu lassen<< ("Schlendern") sind eine überzeugend vorgetragene Lebensphilosophie. In diesem Sinn funktioniert auch das famose Live-Album >>Kein Ende in Sicht<<. Die beiden Brüder im Geiste treffen immer noch den richtigen Ton.